Verwaltungsgemeinschaft Ländereck
 
 

Rückersdorf

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Gemeindehaus
Am Sprottetal 33 A
07580 Rückersdorf

 

Bürgermeister Axel Jakob

 

Sprechzeiten des Bürgermeisters: dienstags von 16.00 - 18.00 Uhr

 

 

Rückersdorf

 

Im Zehntverzeichnis des Klosters Bosau (bei Zeitz) von 1181-1214 wird unter ca. 190 Dörfern und Wüstungen auch "Rudigersdorf VI" aufgezählt und somit erstmals erwähnt. Die Rückersdorfer mussten 6 Schober Graben als Zehnt an das Kloster abliefern. Da das weniger war als z.B. Mennsdorf mit 9 Schobern oder Jonaswalde mit 18 Schobern, kann man schlussfolgern, dass Rückersdorf ein sehr kleiner Ort war. (Unter einem Schober hat man einen "zur Trocknung aufgestellten Haufen Getreides" zu verstehen.)


Die erste urkundliche Erwähnung Rückersdorfs findet man in einer Urkunde aus dem Jahre 1290: "K. Rudolf bestätigt dem Vogte Heinrich von Plauen für die ihm und der Stadt Erfurt geleisteten Dienste die Regalien und verleiht demselben die zum Schlosse Stein (Posterstein) gehörigen Orte Pillingsdorf und Rückersdorf."     

Stein (Posterstein) und damit auch Rückersdorf wurden 1290 an den Vogt von Plauen verliehen und kamen unter die Herrschaft Ronneburgs. Da die Vögte ab 1260 den Namen Reuß annahmen, war Stein und also auch Rückersdorf längere Zeit reussisch.


Seit dem 12. Jahrhundert führten ständige Teilungen durch Vererbung, Schenkung, Fehden und Kriege zu einer zunehmenden Zersplitterung in Deutschland. Vom Reuster Berg aus konnte man 8 kleine deutsche Länder sehen. Im 14. Jahrhundert schrieb man: "Der größte Teil des Dorfes gehört zum Herzogthume Altenburg, 14 Häuser gehören zum Königreich Sachsen und sind der Gerichtsbarkeit des Rittergutes Liebschwitz unterworfen."


Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde die Zugehörigkeit Rückersdorfs bestätigt: Teile zu Sachsen-Altenburg, zum Königreich Sachsen und zu Sachsen-Weimar. Zeugen für die verschieden Teile Rückersdorfs sind die vielen Grenzsteine. Einige sind als historische Denkmale auf dem Wege zum Friedhof aufgestellt.


Der Schul- und Kirchenvorstand sowie das Vereinsleben wurden nicht nach altenburgischem und sächsischem Anteil getrennt, lediglich die Abgaben mussten die Sachsen, die zahlungspflichtig waren, an die sächsische Kasse in Rückersdorf und Liebschwitz aber auch an die altenburgischen Kassen in Rückersdorf abführen.

 

Am 01. Mai 1920 entstand das Land Thüringen. In einem Volksentscheid vom 23.04.1920 konnten die Einwohner der sächsischen Enklaven selbst wählen, ob sie zu Thüringen oder zu Sachsen gehören wollen. Die Rückersdorfer entschieden sich für Sachsen. Erst 1928 kamen sie durch einen Staatsvertrag zu Thüringen.

 

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Quelle: Festschrift anlässlich der Ersterwähnung von Rückersdorf vor 825 Jahren im Bosauer Zehntverzeichnis

Telefon (036608) 23178